Risikogrenzwerte
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) definiert risikoarmen Konsum als maximal 24 g Reinalkohol pro Tag für Männer (ca. 0,5 l Bier) und 12 g für Frauen (ca. 0,25 l Bier), mit mindestens zwei alkoholfreien Tagen pro Woche. Die WHO setzt ähnliche Grenzen. Alles darüber gilt als riskanter Konsum, ab 60 g/Tag bei Männern und 40 g/Tag bei Frauen spricht man von gefährlichem Konsum. Rund 7,9 Millionen Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol in riskanten Mengen. Prüfe deinen eigenen Konsum unter
Woran erkenne ich problematischen Alkoholkonsum?.
Alkohol und Krebs
Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft Alkohol als Karzinogen der Gruppe 1 ein – die höchste Risikostufe. Bereits geringer Konsum erhöht das Risiko für Mund-, Rachen-, Speiseröhren-, Leber-, Darm- und Brustkrebs. Pro 10 g Alkohol täglich steigt das Brustkrebsrisiko um etwa 7 %. In Deutschland werden jährlich schätzungsweise 20.000 Krebsneuerkrankungen dem Alkohol zugeschrieben. Es gibt keinen „sicheren" Schwellenwert – jedes Glas erhöht das Risiko.
Die Leber – das stille Organ
Die Leber baut rund 95 % des Alkohols ab und ist das erste Organ, das chronisch geschädigt wird. Der Weg verläuft typisch in Stufen: Fettleber → alkoholische Hepatitis → Leberzirrhose → Leberzellkarzinom. Das Tückische: Die Leber hat keine Schmerzrezeptoren und meldet sich erst spät. Bis zu 80 % der Fettleber-Fälle verlaufen ohne Symptome. Detaillierte Informationen findest du unter
Was ist eine Fettleber?.
Herz und Kreislauf
Chronischer Alkoholkonsum erhöht den Blutdruck, fördert Herzrhythmusstörungen (insbesondere Vorhofflimmern – das sog. „Holiday Heart Syndrome") und kann zu alkoholischer Kardiomyopathie führen, einer Schwächung des Herzmuskels. Bereits ab 30 g/Tag steigt das Risiko für Schlaganfall signifikant an. Die lange verbreitete Annahme, moderate Mengen seien kardioprotektiv, ist wissenschaftlich widerlegt.
Der Mythos vom gesunden Glas Wein
Die Vorstellung, ein Glas Rotwein am Tag sei gut fürs Herz, basiert auf methodisch fehlerhaften Studien der 1990er Jahre, in denen abstinente Kontrollgruppen ehemalige Trinker einschlossen, die aus gesundheitlichen Gründen aufgehört hatten. Neuere Metaanalysen mit besserer Methodik – u. a. die Lancet-Studie 2018 und eine Mendelsche Randomisierungsstudie 2022 – zeigen einheitlich: Es gibt keinen nachweisbaren gesundheitlichen Nutzen von Alkoholkonsum. Starte jetzt mit
Strategien zum Aufhören und informiere dich über die
Erholung des Körpers nach dem Alkoholstopp.