K – Klarheit schaffen
Der erste Schritt ist das bewusste Erkennen: „Ich habe gerade ein Craving." Statt automatisch zum Glas zu greifen, drückst du den Craving-Button in der App. Dieser Moment der Achtsamkeit unterbricht den Autopiloten und aktiviert den präfrontalen Kortex – den Teil des Gehirns, der für bewusste Entscheidungen zuständig ist. Studien zeigen, dass allein das Benennen eines Verlangens dessen Intensität um 30–50 % reduzieren kann.
L – Lenken
Im zweiten Schritt lenkt die App deine Aufmerksamkeit aktiv um. Du bekommst konkrete Alternativen vorgeschlagen: eine Atemübung, eine Aufgabe, Fotos oder ein kurzes Spiel. Das Prinzip dahinter ist die kognitive Umstrukturierung – das Gehirn kann nicht gleichzeitig ein Craving aufrechterhalten und eine anspruchsvolle Aufgabe bearbeiten. Je stärker die Ablenkung das Arbeitsgedächtnis beansprucht, desto schneller verblasst das Verlangen.
A – Aushalten
Ein Alkohol-Craving dauert typischerweise 15–30 Minuten und folgt einem Wellenmuster: Es steigt an, erreicht einen Höhepunkt und fällt wieder ab – ganz ohne dass du trinkst. Dieses Prinzip heißt „Urge Surfing" und wurde von Alan Marlatt entwickelt. Die App begleitet dich mit einem Timer durch diese Phase und zeigt dir in Echtzeit, wie das Verlangen nachlässt. Jede überstandene Welle stärkt deine neuronalen Pfade für die Selbstkontrolle. Mehr dazu unter
Mentale Stärke gegen Cravings.
R – Reflektieren
Nach jedem überstandenen Craving hältst du den Erfolg fest: Was hat das Verlangen ausgelöst? Welche Strategie hat geholfen? Wie stark war es auf einer Skala von 1–10? Diese Reflexion macht Muster sichtbar und stärkt dein Bewusstsein für
Trinksituationen im Alltag. Über die Zeit entsteht ein persönliches Erfolgsprotokoll, das zeigt: Du schaffst das – jedes einzelne Mal. Mehr zum Tracking unter
Trinkverhalten tracken.