Anwendung auch in der Therapie?
Drywell ist kein Ersatz für professionelle Behandlung – aber eine wertvolle Ergänzung. Die App unterstützt dich zwischen Therapiesitzungen, bei der Suchtberatung und im Alltag. Die S3-Leitlinie „Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen" empfiehlt ausdrücklich den Einsatz digitaler Interventionen als Teil eines Gesamtkonzepts.
Die App als Begleiter
Therapiesitzungen finden typischerweise einmal pro Woche statt – doch Cravings halten sich nicht an den Terminplan. Drywell füllt die Lücke zwischen den Sitzungen: Der Craving-Button ist rund um die Uhr verfügbar, die K.L.A.R. Methode kann jederzeit angewendet werden, und das Tracking liefert deinem Therapeuten wertvolle Daten über Muster und Fortschritte. In Kombination mit Suchtberatung kann die App den Therapieerfolg unterstützen.
Was sagt die S3-Leitlinie?
Die S3-Leitlinie „Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen" der AWMF empfiehlt einen mehrstufigen Ansatz: Kurzintervention, motivierende Gesprächsführung, kognitive Verhaltenstherapie und ggf. Pharmakotherapie. Digitale Interventionen werden als ergänzendes Instrument positiv bewertet, insbesondere für die Rückfallprävention und das Selbstmanagement im Alltag. Die Leitlinie betont, dass niedrigschwellige Angebote die Behandlungslücke verkleinern können – nur 10–15 % der Betroffenen nehmen professionelle Hilfe in Anspruch.
Zusammenspiel mit Medikamenten
Bei schwerer Alkoholabhängigkeit können Medikamente den Therapieerfolg verbessern: Naltrexon reduziert das Belohnungsgefühl beim Trinken, Acamprosat stabilisiert das Glutamat-GABA-Gleichgewicht und mindert Entzugssymptome. Beide Medikamente sind in der S3-Leitlinie mit hohem Empfehlungsgrad aufgeführt. Drywell ergänzt diese medikamentöse Behandlung mit verhaltenstherapeutischen Techniken im Alltag – die Kombination aus Medikament und Verhaltensänderung ist der Goldstandard. Mehr zu Behandlungsoptionen unter Professionelle Unterstützung.
Grenzen der App
Drywell ersetzt keine ärztliche Diagnose, keine medizinisch begleitete Entgiftung und keine psychotherapeutische Behandlung. Bei schwerer körperlicher Abhängigkeit (täglicher Konsum, Entzugssymptome wie Zittern oder Krampfanfälle) ist eine ärztliche Begleitung zwingend notwendig. Die App ist ein Werkzeug zur Unterstützung – kein Medizinprodukt und keine Therapie. Bei akuter Gefährdung wende dich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) oder den Notruf (112). Orientierung bietet auch Rückfall – was tun?.
Modal
Die App funktioniert am besten hochkant.