Strategien zum Aufhören
Es gibt nicht den einen Weg aus dem Alkoholkonsum – aber viele, die nachweislich funktionieren. Die S3-Leitlinie der AWMF empfiehlt eine Kombination aus psychotherapeutischer Behandlung und ggf. medikamentöser Unterstützung. Für abhängige Trinker zeigt die Evidenz klar: Abstinenz ist der sicherste Weg, während kontrolliertes Trinken nur bei riskantem, nicht-abhängigem Konsum eine Option sein kann. Mit professioneller Hilfe und einer passenden Strategie steigt die Erfolgsquote erheblich.
Sofort oder schrittweise?
Bei der Schlusspunktmethode hörst du an einem festen Tag komplett auf – ein klarer Schnitt, der Ambivalenz beendet. Die schrittweise Reduktion kann bei leichterem Konsum funktionieren, birgt aber das Risiko, im „kontrollierten Trinken" hängenzubleiben. Die S3-Leitlinie empfiehlt bei diagnostizierter Abhängigkeit (ICD-10: F10.2) klar die Abstinenz als Therapieziel. Wichtig: Bei langjährigem, starkem Konsum kann ein abrupter Stopp ohne ärztliche Begleitung gefährlich sein – Entzugssymptome wie Krampfanfälle oder Delirium tremens sind medizinische Notfälle.
Die K.L.A.R. Methode
Drywell arbeitet mit der K.L.A.R. Methode – einem strukturierten Ansatz aus vier Schritten: Klarheit schaffen über dein Trinkverhalten und deine Trigger, Lenken deiner Aufmerksamkeit weg vom Automatismus, Aushalten des Cravings durch bewährte Techniken wie Urge Surfing, und Reflektieren deiner Fortschritte und Rückschläge. Erfahre mehr über die Methode unter Was ist die K.L.A.R. Methode? und wie die App dich dabei unterstützt unter Wie funktioniert die App?.
Medikamentöse Unterstützung
Drei Medikamente sind in Deutschland zur Rückfallprophylaxe zugelassen: Naltrexon blockiert Opioidrezeptoren und reduziert das Belohnungsgefühl beim Trinken, Acamprosat stabilisiert das Glutamat-GABA-Gleichgewicht und mindert Craving, und Nalmefen kann bei Bedarf eingenommen werden, um den Konsum zu reduzieren. Alle drei Medikamente sind verschreibungspflichtig und wirken am besten in Kombination mit psychosozialer Behandlung. Mehr zu den Optionen unter Professionelle Unterstützung.
Die S3-Leitlinie
Die S3-Leitlinie „Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen" der AWMF ist der Goldstandard der evidenzbasierten Behandlung in Deutschland. Sie empfiehlt ein gestuftes Vorgehen: Kurzintervention bei riskantem Konsum, qualifizierte Entzugsbehandlung bei Abhängigkeit und anschließende Entwöhnungstherapie. Laut Leitlinie sollte die Entwöhnung mindestens 12–16 Wochen dauern und psychotherapeutische, sozialtherapeutische und ggf. medikamentöse Elemente kombinieren.
Wann ist ärztliche Begleitung nötig?
Bei täglichem Konsum von mehr als 60 g Reinalkohol (ca. 1,5 Liter Bier oder 0,75 Liter Wein), bei morgendlichem Trinken zur Vermeidung von Entzugssymptomen, bei früheren Entzugskomplikationen oder bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten ist ein ärztlich begleiteter Entzug dringend empfohlen. Ein stationärer qualifizierter Entzug dauert in der Regel 2–3 Wochen und umfasst medizinische Überwachung, Medikation und erste psychotherapeutische Interventionen. Unterschätze die körperlichen Risiken nicht – informiere dich unter Wann wird Trinken gefährlich?.
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